Miezi beherrscht eine ganz besondere Kunst.
Sie schafft es, ihre weißen Haare bevorzugt auf dunklen Stoffen zu verteilen. Ihre schwarzen Haare landen dagegen zuverlässig auf hellen Decken, Kleidungsstücken und Polstern.
Man könnte fast glauben, sie würde jedes einzelne Haar vor dem Ablegen sorgfältig nach Farbe und Untergrund sortieren.
Besonders gründlich erledigt sie diese Aufgabe während des Fellwechsels. Dann findet man Katzenhaare wirklich überall: auf dem Sofa, auf dem Teppich, an der Kleidung und gelegentlich sogar an Stellen, an denen Miezi vermutlich noch nie gewesen ist.
Ganz verhindern lässt sich das nicht. Schließlich gehört der Fellwechsel zum natürlichen Jahreslauf einer Katze.
Aber man kann einen großen Teil der losen Haare abfangen, bevor sie sich im Haus verteilen. Bei uns funktioniert das am besten mit regelmäßigem Bürsten.
Viele Katzen wechseln zweimal im Jahr ihr Fell.
Im Frühjahr verlieren sie einen Teil ihres dichteren Winterfells. Im Herbst wird das leichtere Sommerfell nach und nach durch ein dichteres Fell ersetzt, das besser vor niedrigen Temperaturen schützt.
Wann der Fellwechsel genau beginnt und wie stark er ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
von der Temperatur,
von der Länge der Tage,
von der Fellbeschaffenheit,
vom Alter der Katze,
von ihrer Haltung
und davon, ob sie hauptsächlich im Haus oder draußen lebt.
Bei Freigängern ist der jahreszeitliche Fellwechsel häufig besonders deutlich zu erkennen. Wohnungskatzen können dagegen beinahe das ganze Jahr über Haare verlieren. Gleichmäßige Temperaturen und künstliches Licht bringen ihren natürlichen Fellrhythmus teilweise durcheinander.
Deshalb gibt es nicht den einen Tag, an dem der Fellwechsel plötzlich beginnt. Meist nimmt die Menge der losen Haare nach und nach zu.
Ein Fellwechsel ist nicht innerhalb weniger Tage abgeschlossen. Er kann sich über mehrere Wochen hinziehen.
In dieser Zeit lösen sich alte Haare, während gleichzeitig neues Fell nachwächst. Wie lange das dauert, ist von Katze zu Katze verschieden.
Manche Katzen hinterlassen lediglich ein paar zusätzliche Haare auf ihrem Lieblingsplatz. Andere scheinen innerhalb weniger Wochen genügend Fell abzuwerfen, um daraus eine zweite Katze zu bauen oder besser filzen.
Miezi gehört eher zur zweiten Gruppe.
Eine Katze übernimmt einen großen Teil ihrer Fellpflege selbst. Mit ihrer rauen Zunge entfernt sie Schmutz und lose Haare.
Genau diese Haare schluckt sie beim Putzen allerdings auch hinunter.
Regelmäßiges Bürsten unterstützt die Katze dabei. Lose Haare landen dann in der Bürste, bevor Miezi sie verschluckt oder im ganzen Haus verteilt.
Das Bürsten kann während des Fellwechsels mehrere Vorteile haben:
Lose Haare werden kontrolliert entfernt.
Weniger Haare landen auf Sofa, Teppich und Kleidung.
Die Katze verschluckt beim Putzen möglicherweise weniger Fell.
Kleine Knötchen oder beginnende Verfilzungen werden frühzeitig entdeckt.
Hautveränderungen, Krusten oder kahle Stellen fallen schneller auf.
Viele Katzen genießen die zusätzliche Aufmerksamkeit.
Bei Miezi kommt noch ein entscheidender Vorteil hinzu: Sie liebt es, gebürstet zu werden.
Für sie ist die Fellpflege keine lästige Pflicht, sondern eine ausgiebige Streicheleinheit. Und während sie zufrieden das Bürsten genießt, sammeln wir genau die Haare ein, die sich sonst später in der Wohnung verteilen würden.
Eine erfreuliche Arbeitsteilung.
Wir verwenden für Miezi eine selbstreinigende Katzenbürste mit feinen, gebogenen Metallstiften.
Das Praktische daran ist nicht nur, dass die Bürste viele lose Haare aus dem Fell holt. Besonders angenehm ist die Reinigung danach.
Drückt man den Knopf am Griff, ziehen sich die Borsten zurück. Der gesammelte Haarteppich bleibt oben liegen und lässt sich meistens beinahe als Ganzes abnehmen. Anschließend wandern die Haare direkt in den Mülleimer.
Das ist wesentlich einfacher, als jedes einzelne Haar mühsam zwischen den Borsten hervorzuziehen.
Hier kannst du unsere selbstreinigende Katzenbürste ansehen
Diese Bürste funktioniert bei Miezi sehr gut. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Katze automatisch dieselbe Bürste mag. Fellstruktur, Hautempfindlichkeit und persönliche Vorlieben können sehr unterschiedlich sein.
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht.
Wie häufig eine Katze gebürstet werden sollte, hängt unter anderem von der Felllänge, der Menge der Unterwolle und der Stärke des Fellwechsels ab.
Bei einer Kurzhaarkatze können während des Fellwechsels bereits kurze, regelmäßige Bürsteneinheiten viel bewirken. Langhaarkatzen benötigen häufig eine intensivere Fellpflege, damit sich keine Knoten und Verfilzungen bilden.
Entscheidend ist nicht, möglichst lange zu bürsten. Viel wichtiger ist, dass die Katze die Pflege als angenehm erlebt.
Lieber fünf entspannte Minuten als eine halbe Stunde Kampf.
Nicht jede Katze reagiert auf eine Bürste so begeistert wie Miezi.
Manche Katzen sind zunächst misstrauisch. Andere mögen bestimmte Bürsten nicht oder reagieren empfindlich, wenn zu viel Druck ausgeübt wird.
Dann hilft ein langsamer Einstieg:
Lass die Katze die Bürste zunächst anschauen und beschnuppern.
Beginne an einer Stelle, an der sie gerne gestreichelt wird.
Bürste nur ein- oder zweimal sanft über das Fell.
Höre auf, bevor die Katze unruhig wird.
Verlängere die Bürsteneinheiten langsam.
Zwinge die Katze nicht zum Stillhalten.
Viele Katzen mögen es besonders am Rücken, an den Schultern oder seitlich am Körper. Bauch, Beine und Schwanz können dagegen empfindlicher sein.
Die Bürste sollte sanft durch das Fell gleiten. Zu viel Druck kann unangenehm sein und die Haut reizen.
Beim Putzen nimmt eine Katze zwangsläufig Haare auf. Die meisten werden über den Verdauungstrakt ausgeschieden.
Ein Teil kann sich jedoch im Magen zu einem Haarballen verbinden und später hervorgewürgt werden. Während des Fellwechsels nimmt die Katze besonders viele lose Haare auf.
Regelmäßiges Bürsten kann die Menge der verschluckten Haare verringern. Eine Garantie gegen Haarballen ist es jedoch nicht.
Gelegentliches Hervorwürgen eines Haarballens kann vorkommen. Würgt oder erbricht eine Katze sehr häufig, verliert sie den Appetit oder setzt keinen Kot mehr ab, sollte das nicht einfach als normaler Fellwechsel abgetan werden.
Selbst die beste Bürste wird nicht jedes lose Haar erwischen. Einige werden weiterhin auf Möbeln und Kleidung landen.
Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich die Verteilung zumindest etwas begrenzen:
Lege auf häufig genutzte Schlafplätze eine Decke, die sich unkompliziert waschen lässt. So musst du nicht jedes Mal das gesamte Sofa reinigen.
Mit einem leicht angefeuchteten Gummihandschuh lassen sich Katzenhaare häufig erstaunlich gut von Polstern aufnehmen. Fahre mit der Hand über den Stoff. Die Haare sammeln sich dabei zu kleinen Rollen.
Eine Fusselrolle eignet sich gut für Kleidung und kleinere Flächen. Für ein komplettes Sofa wäre sie auf Dauer allerdings eine ziemlich kostspielige Beschäftigung. Die nehmen wir her, denn weniger klebrige taugen nicht viel. Hier sind die meisten Haare weg.
Ein Polsteraufsatz erleichtert das Absaugen von Sofa, Kratzbaum und Katzenbett. Besonders festsitzende Haare lösen sich manchmal besser, wenn man sie vorher mit einem Gummihandschuh oder einer Gummibürste zusammentreibt.
Der wirkungsvollste Schritt bleibt für uns trotzdem die Bürste. Jedes Haar, das dort landet, kann anschließend weder am Sofa noch an der Kleidung kleben.
Für gesundes Fell benötigt eine Katze eine ausgewogene Ernährung, die sie mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.
Ein vollwertiges Katzenfutter reicht bei einer gesunden Katze normalerweise aus. Zusätzliche Öle, Vitamine oder andere Nahrungsergänzungsmittel sollte man nicht wahllos geben. Mehr ist nicht automatisch besser.
Auch ausreichend Flüssigkeit ist wichtig. Viele Katzen nehmen einen großen Teil ihres Wasserbedarfs über Nassfutter auf.
Wir würden kein bestimmtes Mittel versprechen, das den Fellwechsel stoppt. Eine Katze muss alte Haare verlieren, damit neues Fell nachwachsen kann. Das Ziel besteht deshalb nicht darin, das Haaren vollständig zu verhindern.
Wir möchten die losen Haare nur möglichst früh dort einsammeln, wo sie am wenigsten stören: in der Bürste.
Während des Fellwechsels verliert eine Katze viele Haare. Das Fell sollte dabei insgesamt jedoch gleichmäßig bleiben.
Bestimmte Veränderungen passen nicht zu einem gewöhnlichen Fellwechsel:
kahle oder deutlich ausgedünnte Stellen,
gerötete oder entzündete Haut,
starker Juckreiz,
Krusten oder offene Stellen,
auffällig viele Schuppen,
häufiges Lecken an derselben Körperstelle,
ungewöhnlich stumpfes Fell
oder deutliche Veränderungen im Verhalten.
In solchen Fällen sollte ein Tierarzt nach der Ursache schauen. Hinter auffälligem Haarverlust können beispielsweise Parasiten, Hautprobleme, Allergien oder andere Erkrankungen stecken.
Katzenhaare gehören zum Leben mit einer Katze. Während des Fellwechsels gehören sie gefühlt sogar zur Einrichtung.
Vollständig verhindern können wir das Haaren nicht – und das müssen wir auch nicht.
Regelmäßiges Bürsten sorgt bei uns aber dafür, dass ein großer Teil der losen Haare gar nicht erst auf dem Sofa landet. Miezi genießt ihre zusätzliche Streicheleinheit, wir können die gesammelten Haare mit einem Knopfdruck aus der Bürste lösen, und anschließend landet alles im Mülleimer.
Zumindest fast alles.
Einige weiße Haare muss Miezi schließlich noch für die dunkle Kleidung aufbewahren. Und ein paar schwarze für die helle Bettwäsche.
Ordnung muss sein.
Norbert und das Miezi
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ÜBER DIE AUTOREN

Das Miezi und Norbert
Miezi ist die heimliche Chefin hier – neugierig, eigensinnig und sehr überzeugend, wenn es um Futter, Lieblingsplätze und Katzenlogik geht.
Norbert beobachtet den Katzenalltag mit viel Geduld und einem Blick für praktische Lösungen. Auf Dasmiezi.com geht es um Katzenzubehör, Katzentoiletten, Beschäftigung, Futter und kleine Alltagshelfer, die das Leben mit Katze einfacher machen können.
Wir schreiben aus echter Katzenerfahrung heraus – mit Freigängern, Katzenklappe, Alltagschaos und dem Wunsch, anderen Katzenhaltern gute, verständliche Orientierung zu geben.
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© Norbert Kammerer
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