Gestern war einer dieser ersten richtig heißen Tage.
Ich saß auf der Terrasse, hatte bereits die zweite Flasche Wasser geleert und dachte plötzlich an Miezi.
Sie lag lang ausgestreckt auf den Fliesen im Flur. Die Augen halb geschlossen. Keine Lust auf Bewegung. Keine Lust auf Spielen.
Also ging ich zu ihrem Wassernapf.
Fast unverändert.
Ein kurzer Blick genügte und sofort war der Gedanke da:
„Moment mal. Die Katze trinkt ja kaum etwas.“
Je mehr ich darüber nachdachte, desto unruhiger wurde ich.
Ist das normal?
Trinkt sie heimlich irgendwo anders?
Ist ihr vielleicht zu heiß?
Oder übersehe ich etwas?
Viele Katzenhalter kennen genau diesen Moment.
Draußen klettert das Thermometer Richtung 30 Grad. Wir selbst trinken deutlich mehr als sonst. Und plötzlich fällt uns auf, dass die Katze scheinbar kaum Wasser anrührt.
Sofort beginnt das Kopfkino.
Dabei steckt dahinter oft etwas, das typisch für Katzen ist.
Katzen stammen ursprünglich von Wüstentieren ab. Ihr Körper ist erstaunlich gut darin, mit wenig Wasser auszukommen. Vor allem Katzen, die Nassfutter bekommen, nehmen bereits einen großen Teil ihrer Flüssigkeit über das Futter auf.
Trotzdem kann Hitze für Katzen belastend werden.
Besonders ältere Tiere, übergewichtige Katzen oder Tiere mit Vorerkrankungen kommen an heißen Tagen schneller an ihre Grenzen.
Deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Wirkt die Katze entspannt?
Frisst sie normal?
Sucht sie kühle Plätze auf?
Oder wirkt sie schlapp, hechelt, zieht sich zurück oder verweigert sogar das Futter?
Dann sollte man aufmerksam werden.
Gerade an heißen Tagen lohnt es sich, einen Blick mehr auf den Wassernapf zu werfen.
Viele Katzen trinken außerdem lieber aus fließendem Wasser als aus einem normalen Napf. Genau deshalb entdecken manche Halter erst im Sommer, wie groß der Unterschied ein Trinkbrunnen machen kann.
Miezi jedenfalls machte am Ende genau das, was Katzen oft tun:
Sie stand auf, streckte sich ausgiebig, lief an mir vorbei und nahm ein paar Schlucke Wasser.
Und ich?
Ich musste über mich selbst lachen.
Die Katze war deutlich entspannter als ihr Mensch.
Trotzdem war die Sorge nicht unbegründet.
Gerade an heißen Tagen lohnt es sich, einen Blick mehr auf den Wassernapf zu werfen.
Denn Katzen zeigen Probleme oft sehr viel später, als wir Menschen es erwarten würden.
Während wir schwitzen, jammern und uns sofort ein kaltes Getränk holen, leiden Katzen meist still.
Genau deshalb übersehen viele Halter die ersten Warnzeichen.
Dazu gehören zum Beispiel:
auffällige Müdigkeit
Appetitlosigkeit
Hecheln
ungewöhnlich schnelles Atmen
Teilnahmslosigkeit
trockene Schleimhäute
Spätestens dann sollte man genauer hinschauen.
Zum Glück gibt es einige einfache Möglichkeiten, die Katze beim Trinken zu unterstützen.
Viele Katzen mögen mehrere Wasserstellen in der Wohnung lieber als nur einen einzigen Napf.
Manche trinken deutlich mehr, wenn das Wasser nicht direkt neben dem Futter steht.
Andere bevorzugen breite Näpfe, damit die empfindlichen Schnurrhaare nicht ständig den Rand berühren.
Manche entdecken ihre Liebe zum Wasser tatsächlich erst durch einen Trinkbrunnen.
Bei Miezi war genau das der Fall. Ein normaler Wassernapf wurde oft ignoriert. Seit wir einen Trinkbrunnen verwenden, schaut sie deutlich häufiger vorbei und nimmt immer wieder kleine Schlucke.
Falls du neugierig bist, welche Trinkbrunnen sich bei vielen Katzenhaltern bewährt haben, findest du hier unseren Trinkbrunnen
Gerade im Sommer kann das einen überraschend großen Unterschied machen.
Eine weitere Möglichkeit ist Nassfutter.
Da Katzen einen Teil ihrer Flüssigkeit über die Nahrung aufnehmen, kann hochwertiges Nassfutter helfen, die tägliche Wasseraufnahme zu erhöhen.
Manche Halter mischen sogar noch einen kleinen Schuss Wasser unter das Futter.
Miezi findet das übrigens völlig in Ordnung.
Solange die Portion nicht kleiner wird.
Am Ende gilt:
Nicht jede Katze, die an heißen Tagen wenig trinkt, hat automatisch ein Problem.
Aber Hitze ist genau die Zeit, in der es sich lohnt, genauer hinzusehen.
Denn manchmal genügt schon eine kleine Veränderung, damit die Katze deutlich mehr Flüssigkeit aufnimmt.
Und manchmal reicht auch ein Blick auf die entspannt schlafende Katze auf den kühlen Fliesen.
Dann merkt man:
"Ich habe mir gerade mehr Sorgen gemacht als die Katze." 😄
Norbert und Miezi
PS: Wenn deine Katze an heißen Tagen nur wenig trinkt, kann ein guter Trinkbrunnen manchmal einen überraschend großen Unterschied machen. Wir haben die beliebtesten Modelle für Katzenhalter hier verglichen: Miezis Lieblingsbrunnen
ÜBER DIE AUTOREN

Das Miezi und Norbert
Miezi ist die heimliche Chefin hier – neugierig, eigensinnig und sehr überzeugend, wenn es um Futter, Lieblingsplätze und Katzenlogik geht.
Norbert beobachtet den Katzenalltag mit viel Geduld und einem Blick für praktische Lösungen. Auf Dasmiezi.com geht es um Katzenzubehör, Katzentoiletten, Beschäftigung, Futter und kleine Alltagshelfer, die das Leben mit Katze einfacher machen können.
Wir schreiben aus echter Katzenerfahrung heraus – mit Freigängern, Katzenklappe, Alltagschaos und dem Wunsch, anderen Katzenhaltern gute, verständliche Orientierung zu geben.
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© Norbert Kammerer
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